AfD-Köln: Profis oder Laien am Werke?

Sind Deutschlands „Erneuerer“ aus dem Kreisverband Köln böse Populisten oder einfache Laien? Die Weigerung der AfD an der Haushaltdebatte 2018 im Stadtrat teilzunehmen – näheres im Kölner Stadtanzeiger vom 8.11. 2017 -, nimmt Peter Colombo zum Anlass, die Frage empirisch zu klären. Er hat 250 Meldungen auf der Homepage der Partei bis 2013 rückwirkend ausgewertet. Sein Urteil ist klar – es sind Laien, die die Kölner Parteispitze beherrschen.

2 : 1 oder Eigeninteresse schlägt Bürgerinteresse klar

Um herauszufinden, ob die Erneuerer primär an sich oder an den Bürger und – eventuell – an Deutschland denken, hat Colombo den Themen zwei Hauptkategorien mit jeweils drei Unterkategorien zugeordnet und – wo nötig – mit inhaltlichen Erläuterungen versehen. Selbstverständlich ist seine Methode nur ein Versuch auf diese Kernfrage eine Antwort zu finden, aber dennoch ein interessanter.

Themen

Nennungen Homepage

in Prozent

für Kölner und andere Bundesbürger

Fachbeiträge (Bei- und Vorträge)

aktuelle sozio-ökonomische Themen Deutschland und EU

 6  2

Kommunales

Finanzen, Schulen, Kultur, Ratsdebatten, innere Sicherheit

 42  17

Bürgernähe und Transparenz

Standpunkte, Parteiprogramm, Presse, Homepage, Islam, Asyl

 32  13

für Parteimitglieder und – freunde

Parteiinternes lokal und bundesweit

Gründungen, Sitzungen, Arbeitskreise, Antifa etc

 65  26

 Stammtische und Geselliges

 41  16

 Wahlen, Parteitage, Kundgebungen

 64 26

 Gesamt

 259  100

Sein Urteil fiel vernichtend aus: Es dominiert zu 2/3 das Partikularinteresse. Wer es genauer wissen will, darf die Einzelmeldungen auf der Homepage selbst studieren.

Was sind die Gründe? Was sind die Zukunftsaussichten?

Das kann sowohl am Geltungsbedürfnis der Homepage-Macher als auch den Weisungen des Vorstandes /der Mandatsträger liegen, die politisch weiter kommen wollen. Grund kann aber auch sein, dass die AfD-Funktionäre keine Fachleute in ihren Reihen haben oder diese aus der Basis aus Konkurrenzangst nicht zu Wort kommen lassen wollen. Daher wird „von oben“ nichts zu melden sein, wie der Casus „Haushaltsdebatte“ zeigte. Über innere Sicherheit – Renner ist in Köln zuletzt das Thema Ebertplatz – können Laien endlos schwafeln, bei Haushaltfragen ist Know how hingegen gefragt. Sonst kann man sich schnell blamieren.

Von den neuen fachfremden AfD-Fraktionsmitgliedern im Stadtrat von Köln ist in Sachen Haushalt und Finanzen in Zukunft nichts Substanzielles zu erwarten. In der Fraktions-Troika sitzt ein „Spezialist“, der trotz abgebrochenen Jura-Studiums und völliger Berufsabstinenz es geschafft hat Landtagsabgeordneter und Stadtrat zu sein. Mit diesen Leuten wird Deutschland wohl nicht gerettet werden! – schließ Colombo seine Analyse.

Peter Colombo – Parteiendetektiv

opposition24.com/afd-koeln-laien-werke/368185

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