Brexit:Warum es keinen Crash geben wird?

Der Brexit ist trotz Horrorszenarien der Systemakteure (Politiker, Medien, Kirchen, Verbände) nunmehr Tatsache. Bis zur letzten Minute warnten dies Kräfte in einem bunten Vokabular vor ökonomischen Schockwellen, Katastrophen, Tragödien, Erdbeben, oder neuem Nationalstaatdenken mit Konfliktpotential. Das durften sie ungehindert, weil sie sich in den öffentlichen Medien die Bühne usurpiert haben und die privaten Träger durch ein enges Netz an gewährleisteten Privilegien auf ihrer Seite wissen. Als Warner bemühten sie so manchen prominente Zeugen und den “einfachen Mann auf der Strasse”. Letztendlich mussten selbst unschuldige Jugendliche, denen der Brexit angeblich die “Zukunft verbaut”, als Argument herhalten. Es kam trotz dieser Generalmobilmachung anders. Das Volk hat gewonnen, Brüssel hat verloren. Was wird jetzt aus den obigen Warnungen? Werden wir alle verlieren?

Ein kritischer Analyst, der solche Verteidigungskampagnen aus seinem Berufsleben – zuletzt während der Griechenland-Hilfen exerziert – gibt zu alledem schnell Entwarnung: Es wird keinen wirtschaftlichen Crash weder in Großbritannien noch in der EU geben! Um diese These zu verstehen, braucht der Leser keine dicken Research-Studien, Graphiken oder Tabellenkolonnen sondern einen gesunden Menschenverstand und etwas Kenntnis der Wirtschaftgeschichte. Die wichtigsten (fehlenden) wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit lassen sich bereits auf einer halben Seite beschreiben:

  1. Die Wirtschaft wird nicht zusammen brechen

Eventuelle Zölle, die für beide Seiten ein zweiseitiges Schwert sind, könnten das Wachstum etwas bremsen aber nicht stark stören. Großbritannien ist nicht die Ukraine und auch ohne die EU eine mächtige Wirtschaftskraft. Kein “Systemexperte” wagte bis dato eine klare Aussagen zu liefern, wie viel BIP-Rückgang oder Arbeitsplätze der Brexit kostet. 1,0% p.a. und 1 Million? Die Analysedichte zu diesem Thema ist hoch, die wenigsten wollen sich durch pseudo-wissenschaftliche “Gefälligkeitsstudien” blamieren. Statt Prognosen, werden daher inhaltslose Floskeln, wie oben, kolportiert. Erste Sektoren (deutsche Automobile) melden Entwarnung, weitere werden folgen.

  1. Ein Börsen- und Währungscrash ist nicht in Sicht

Die Börsen und Währungen (so das Pfund) sind am 24.06.2016 weltweit um 3% bis 8% gefallen. Ein echter Crash, wie bei Lehman Brothers am 15.09.2008, verursachte dagegen einen zweistelligen Kursrückschlag. Die globalen Aktienindizes (EuroStoxx 50, DAX, FTSE 100, Dow Jones) haben das verloren, was sie in den drei  Wochen zuvor gewonnen hatten. Business as usual! Ein schlauer Börsenspruch besagt “Politische Börsen haben kurze Beine”. Der Brexit ist ein eben nur ein politisches und kein ökonomisches Desaster. Globale Aktienbörsen befinden sich seit Monaten im Abwärtstrend und hätten ihn auch ohne den Brexit fortgesetzt. Und die angebliche Gefahr für das britische Pfund? Dieses ist keine Weltwährung, wie der USD oder der Euro, war und bleibt voll konvertierbar, schwankt stark und seine Höhe regelt die Handelsströme. Wie es in bei freien Märkten und dem business as usual sein soll!

  1. Keine Beeinträchtigung des freien Personenverkehrs!

Wer als westlicher Großbritannien-Reisende jetzt eine Visa-Pflicht erwartet, den hat die Systempropaganda ganz schön benebelt. Es wird hier vielmehr gelten: Durch den Brexit wird das Einfallstor für die Schengen-Migranten und der EU-Einwanderer in die britischen “Sozialsystem” weitgehend geschlossen. Die alten Rechte, wie die Arbeitserlaubnis für Polen, die im Land fünf Jahre leben, bleiben unangetastet. Großbritanniens Migrationspolitik wird weiter liberaler bleiben aber mehr vom Nutzen für das Land und nicht von einer ideologisierten “Willkommenskultur” bestimmt sein.

Gäbe es da nicht die Ansteckungsgefahr müsste das Triumvirat Juncker-Schulz-Tusk mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden sein. Es schied ein unbequemes und selbstbewusstes Mitglied aus der EU aus, der weder durch Sanktionsandrohungen noch durch Scheckbuch-Politik zu disziplinieren war. Andererseits kann aber die gelungene Rebellion in den Niederlanden, in Dänemark aber vor allem im großen Frankreich und in Deutschland Schule machen. Die in diesem Kontext offene Frage lautet somit: Wird sich Brüssel und das EU-Establishment weiter auf die – jetzt abtrünnigen – Briten einschießen, wo hier doch die Sache schon gelaufen ist, oder konzentriert sich ihre Hauptattacke erneut auf die “kontinentalen Alt-Populisten”.

Von den Weltpersönlichkeiten haben allein Putin, Trump und der Papst dem britischen Volk zum Wahlausgang gratuliert! Wo bleiben die vorbildlichen Demokraten?

obserwatorpolityczny.pl/?p=41861

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