Jetzt noch Ukrainer! Neue „Bereicherung“ oder Nutzen für Deutschland?

Jetzt noch Ukrainer! Neue „Bereicherung“ oder Nutzen für Deutschland?

 

Jetzt noch Ukrainer! Neue „Bereicherung“ oder Nutzen für Deutschland?

Von DR. VIKTOR HEESE | Die „hier schon länger Lebenden“ glauben nicht mehr, dass nach Deutschland jemand allein der Arbeit wegen kommt. Zu viele Märchen von der „Bereicherung“ und „Win/Win-Situationen“ hat der Steuerzahler schon gehört. Wird das bei den Ukrainern, die sich zu uns angeblich auf dem Weg machen, anders sein? Erfahrungen des Nachbarn Polen zeigen, dass die Ukrainer „generell“ genügsam und fleißig sind. Würden sie das auch weiter bleiben, wenn sie einmal bei uns im Lande sind?

Mehrere Hunderttausende auf den Weg in den „goldenen Westen“?

Polens Unternehmer schlagen Alarm. Ihnen sollen die ukrainischen Gastarbeiter – dem neuen deutschen Fachkräfteeinwanderungsgesetz sei Dank – weglaufen. 60 Prozent der 430.000 legal im Lande arbeitenden Ukrainer träumen von Deutschland. Tatsächlich wird ihre Zahl viel höher sein und etwa eine Million oder sogar zwei Millionen betragen. Die mit fast fünf Prozent BIP-Wachstum boomende polnische Wirtschaft – hätten die Deutsche jemals gedacht, dass so etwas passiert! – braucht dringend Arbeitskräfte. Selbst in Asien (Philippinen, Indien, Bangladesch) wird rekrutiert. Die Ukrainer bilden mit 80% die größte Gruppe der Gastarbeiter. Die heutige Wirtschaftslage in Polen erinnert an die goldenen 1950er- und 1960er-Jahre in Deutschland.

Trotz des Arbeitskräftemangels denken die Polen nicht daran, Flüchtlinge aufzunehmen. Auch keine EU-Europäer aus Bulgaren und Rumänen tauchen in ihren Arbeitsstatistiken auf. Die Fragen nach den Gründen erübrigen sich.

Der Traum von mehr Geld und anständiger Behandlung zieht an

Ukrainer verdienen auf dem polnischen Bau im Monat bis 800 Euro netto, mehr als im Landesdurchschnitt. Dennoch locken die höheren deutschen Gehälter und der Traum von einer „Statusverbesserung“.

Viele haben nur den Bruttostundenlohn von zehn Euro aufwärts vor den Augen, übersehen aber die höheren Unterhaltskosten. Es liegt in der Natur der Sache, dass Migranten immer nach „besserem Leben“ streben. Das neue deutsche Fachkräfteeinwanderungsgesetz vom Dezember 2018 soll auch Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern erlauben, in Deutschland zu arbeiten, was bis dato nur Uniabsolventen und in Mangelberufen erlaubt war. Ausbildungsnachweis, der Wegfall der „Vorrangprüfung“ (erst Stellen für Deutsche und EU-Bürger), Deutschkenntnisse sowie der Arbeitswille reichen heute für eine Arbeitsduldung aus – so wenigstens die Berliner Schreibtischtheorie. Viele Ukrainer glauben, wenn Deutschland gut zu seinen Migranten ist, kann es für sie, den Arbeitswilligen, nur noch besser sein.

Die Erfahrungen der Polen mit ukrainischen Gastarbeitern wechseln langsam

Ukrainer leben in Polen allein von ihrer Hände Arbeit. Keine Spielchen mit Asylanträgen, kostenlosen Sprachkursen, Unterstützung vom Staat. Die Polen bleiben Herren im eigenen Land. Die Ukrainer sind (waren) genügsam und stellen keine Kataloge von Forderungen. Sie machen auch keine Schlagzeilen in der Kriminalstatistik (Diebstähle, Prügeleien, Vergewaltigungen). Die Proportion zwischen Männern und Frauen bleibt ausgeglichen. So etwas wie Willkommenskultur, Asylindustrie oder ein Leben auf Kosten der Gesellschaft gibt es in Polen nicht. Den Aufenthaltsstatus für die Ukrainer bildet der Arbeitsvertrag, es gibt nur wenige Illegale. Summa summarum, wirtschaftlich gesehen, eine klassische Win-Win-Situation zwischen den Arbeitsmigranten und dem Aufnahmeland.
Die Mehrzahl der Ukrainer macht sich keine Illusionen über eine Integration. Hier wirkt die Geschichte zwischen beiden Nationen zu belastend. Wenngleich einige erfolgreiche Neuankömmlinge in Polen Immobilien erwarben und kulturelle und sprachliche Verwandtschaften bestehen, wollen die meisten mit erspartem Kapital nach Hause (oder jetzt in die EU?). So wenigstens die offizielle Version.

Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird – wie viele könnten nach Deutschland kommen?
Nach den obigen Zahlen könnten in der Spitze 250.000 Ukrainer nach Deutschland wollen. Weil das arme und hochkorrupte Heimatland – warum unterstützt wohl Berlin ein solches Regime? – bei einem Monatsverdienst von gerade 250 Euro ein knallhartes Auswanderungsland bleibt, wäre für weiteren Nachschub andauernd gesorgt. Die Polen wissen das und machen sich über den (theoretischen) Exodus keine Sorgen.

Die Theorie hat andererseits mit der Realität wenig zu tun. Die Visafreiheit für Ukrainer gilt nur bei einem Mittelnachweis. Die deutschen Arbeitsplätze müssten zudem erst gefunden werden. Wer als Ukrainer es wollte in Deutschland zu arbeiten, hätte dies längst in einer polnischen Arbeitnehmerüberlassungsfirma tun können. Und last but not least sind vielleicht 2.000 Euro brutto monatlich bei Vollabgaben an den deutschen Sozialstaat und überteuren Mieten nicht so reizend?

Wenn es hochkommt, kann sich der Autor eine Zahl von vielleicht 50.000 Personen vorstellen, die sich im Laufe der Jahre aufbauen würde und zu klein wäre, um aufzufallen. Andererseits ist es richtig, dass die besser ausgebildeten und eine andere Arbeitsmentalität vorweisenden Ukrainer viele Lücken in der Pflege und Gastronomie realistischer ausfüllen würden als die „zu uns gekommenen Schutzsuchenden“ aus islamischen Ländern – so die Meinung des Verfassers, eines Bürgers, der in diesem „Land schon länger lebt“ und die Ukrainer aus seiner Berufszeit in Polen und Russland kennt.

Kann unser Sozialsystem die Neuankömmlinge „verderben“?

Voraussetzung für die Nutzenstiftung ist, dass die Arbeitsmigration nicht durch die Hintertür erneut für die Einwanderung in unser Sozialsystem genutzt wird. Zu unscharf sind in dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Begriffe „Arbeitssuche“ oder „Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse“ definiert. Wenn sich zu den polnischen, bulgarischen und rumänischen Obdachlosen jetzt noch die ukrainischen dazu gesellen, ist es aus mit dem Win/Win. Denn deutsche Kommunen sind rechtlich verpflichtet, Obdachlosigkeit zu vermeiden und das kostet. Das Beispiel der vielen Bulgaren und Rumänen belegt das eindrucksvoll. Obgleich Nicht-EU-Ukrainer theoretisch abgeschoben werden können, wird eine solche Forderung meistens nur auf dem Papier bleiben. Auch hier gilt, was in der bitteren Realität immer wieder beobachtet wird – nur ein starker Staat wird imstande sein, dass die Migrationsregeln eingehalten werden. Danach sieht es in Deutschland aber nicht aus. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Ukrainer wirklich der Arbeit wegen nach Deutschland kommen wollen.


(Der Autor Dr. Viktor Heese kommt aus Masuren und lebt seit über 40 Jahren in Köln. Er betreibt die Blogs prawda24.com und finanzer.eu)

 

 

2 Kommentare

  1. Nach England sind auch wesentlich mehr Polen eingewandert als angenommen wurde.

    Und sie vergessen eins.Die Krankenversorgung.Wie sie wissen ist die in Polen nicht die beste ausser man zahlt Schmiergeld wie in Griechenland.

    TBC,AIDS etc. ist in der Ukraine weit verbreitet,was wird also jeder Kranke machen?Wobei jeder TBC kranke sowieso in Deutschland behandelt wird,egal welchen Status er hat.Ja da würde ich auch das letzte Geld für nen Bus nach D. zusammenkratzen…

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