NATO zementiert die Allianz Russland-China

NATO zementiert die Allianz Russland-China

Jetzt ist es amtlich. Die NATO erklärt Russland und China gleichermaßen zum Sicherheitsrisiko. https://www.dw.com/de/nato-sieht-china-als-sicherheitsrisiko/a-57891299. Der letzte Westler wird verstanden haben, dass die Allianz Russland-China für die beiden eine Notwendigkeit ist. Sie braucht keine umfangreichen Vertragswerke und wird einfach gelebt.

Die globale „Ost-Allianz“ nimmt Konturen an

Die Polarisierung der Welt wie im Kalten Krieg (1945-1990), mit dem kapitalistischen Westen, dem kommunistischen Ostblock und den unterentwickelten Blockfreien, erlebt eine Renaissance. „Freute“ sich der Westen drei Dekaden lang über den Zugewinn Osteuropas für die NATO und die EU, muss er heute die unbequeme Wahrheit von der „Ost-Allianz“ zwischen China und Russland akzeptieren. Die Blockfreien pendeln damals wie heute abwechselnd zwischen Ost und West. Die alte Teilung der Welt besteht, in veränderter Form, fort.

Die „Ost-Allianz“ entwickelt sich am dynamischsten. Besonders Chinas erweisen sich als sehr erfolgreich. Stichworte wie Seidenstraße „One Belt, One Road“, „Great Periphery Diplomacy“ der KP Chinas, Achse China Afrika–Lateinamerika, FOCAC (Afrika), Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Zentralasien), BRICS, 16+1 oder Kooperation zwischen China und 16 mittel- und osteuropäischen Ländern, Asiatische Infrastrukturinvestmentbank AIIB und einiges mehr machen die Runde https://www.epochtimes.de/china/kartenmaterial-chinas-ambitionen-und-strategien-auf-dem-weg-zur-weltmacht-kap-18-wie-der-teufel-die-welt-regiert-a2882767.html.

Der Westen versuchte die Gefahr zuerst zu ignorieren und heute schlechtzureden indem er ad catedra Chinas feindliches Hegemonialstreben unterstellt. Er warnt nicht nur Russland vor der nachteiligen Junior-Partnerschaft, spricht vor einem unüberbrückbaren Kulturgefälle zwischen Europa und Asien, erinnert Moskau an die historischen Belastungen erinnert. Es hilft alles nicht: die strategische Zusammenarbeit geht weiter nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Wer glaubt schon dem aggressiven Westen? Funktionierende Mischehen zwischen Chinesen und Russen lassen kaum auf Berührungsängste schließen.

Drei Fragen bleiben dennoch offen. Was bedeutet der neue Trend für das globale Kräfteverhältnis? Ist das Ostbündnis Moskau-China von Dauer oder handelt es sich hier um eine temporäre Interessengemeinschaft? Schließlich: Kann der Westen durch Zugeständnisse die Kontrahenten gegeneinander ausspielen und eine Festigung der Allianz verhindern, so wie es Biden mit „Sanktionszugeständnissen“ bei Nordstream2 offensichtlich versucht?

Osterweiterung der NATO und EU – Russland der Gewinner, der Westen der Pyrrhus-Sieger?   

War die „Ost-Allianz“ eine Antwort auf die drohende US-Alleinhegemonie nach dem Zerfall der Sowjetunion in 1991, so ist Russland als Gewinner hervorgegangen und der Sieg des Westens über den Kommunismus ist ein Pyrrhus-Sieg. Was stützt diese unerwartete These?

Ökonomisch gesehen brachte die neue Partnerschaft mit China ein Mehrfaches mehr als der Frontwechsel der Osteuropäer ins westliche Lager. Hierzu einige Zahlen: Laut IWF hatten Russland und China 2019 ein BIP (Bruttoinlandsprodukt nach der Kaukraftmethode) von 28 Bill. USD oder fast 70% der westlichen G7-Länder bzw. der EU-Länder. Davon entfielen 23 Bill. USD auf das dominante China, welches 2017 die USA mit 21 Bill. USD überholte. Aufgrund der höheren Wachstumsraten wird sich der Abstand zum Westen reduzieren. Demgegenüber konnten die noch so fleißigen osteuropäischen EU-Neulinge mit einem BIP-Beitrag von 3 Bill. USD beim EU-Beitritt zum Jahrtausendbeginn den Westen ökonomisch nicht wirklich stärken. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt.

Militärisch hatte die China-Allianz ähnliche Effekte aus. Nicht allein die jetzt mögliche russische Truppenverlegung an die durch die NATO-Osterweiterung belastete Westgrenze ist ins Kalkül zu ziehen. Auch gemeinsamen Großmanöver zeigen, wo die die Armeen im Konfliktfall stehen werden. Sollte in der Ostukraine die Spannung ansteigen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn chinesische Flottenverbände plötzlich im Schwarzen Meer oder in der Ostsee aufkreuzen.  https://www.dw.com/de/kriegsschiffe-aus-china-auf-dem-weg-in-die-ostsee/a-39729708. Selbst der Laie bemerkt die Waffenspezialisierung: China baut die Flotte (Flugzeugträger), die Russen die Raketentechnik und beliefern damit auch ihnen wohlgesonnene NATO-Staaten wie die Türkei. Hinzu kommt die Einigkeit im UNO-Sicherheitsrat.

Ist das Bündnis Russland-China von Dauer?

1991 befürchtete eine „Einkreisung“ vom Westen und das an ihn verloren geglaubte Russland. Die schlauen Asiaten merkten schnell, dass sobald ihr wirtschaftliche Erfolg anhält und sie militärisch erstarken, erklärt der Westen sie zu Rivalen. Sie sollten Recht behalten. Seit 1991 hat sich die Lage verschlechtert, weil nunmehr bekanntlich beide Länder zu Feinden der NATO erklärt wurden. China und Russland sind prädestiniert natürlich Verbündete zu werden.

Dafür sprechen auch die die komplementären Wirtschaftsinteressen und wirtschaftlichen Mammutprojekte (Weltraum, Infrastruktur, Landwirtschaft in Sibirien, Energieversorgung). https://www.amazon.de/Die-M%C3%B6glichkeit-russischer-Imperialpolitik/dp/3828836666. Selbst wenn beide Länder aufgrund ihrer großen Binnenmärkte im Alleingang auskämen – das gilt auch im militärischen Bereich, was Putin stets unterstreicht -, ist eine Win-Win-Situation unstrittig. Der staatliche Wille und Finanzressourcen sind da. Unerwünschte „Abweichungen vom Fahrplan“ können sofort zentral korrigiert werden. Warum

Ist ein Frontwechsel Russland zum Westen noch möglich?

Bleibt die Frage offen: Ist Russland „käuflich“ und würde es die Allianz gegen Vorteile aus dem Westen (Abschaffung der Sanktionen, Technologiepartnerschaft, politische Avancen) z aufgeben? Wer so denkt, unterschätzt die Intelligenz dieser größten slawischen Nation, seinen Stolz und Überlebenserfahrung. So dumm wird kein russischer Politiker auch nach Putin sein, um erneut den Täuschungen des Westens wie zu Zeiten Gorbatschows zu glauben. Jelzins schwacher Staat mit Oligarchen-Herrlichkeit und „Westöffnung“ wird sich nicht wiederholen.

Wenn selbst EU-Länder wie Polen oder Ungarn von der Brüssel brutal stigmatisiert werden, was hätte dann das „konservativere“ Russland zu erwarten? Seine Ressourcen fielen als erste dem Opfer dubioser Schadensersatzforderungen. Beispiel: Man denke an das weltfremde Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag das von Russland seit 2014 stur 50 Mrd. USD wegen der „Enteignung“ des (steuerkriminellen) Yukos-Eigners Chodorkowski fordert? https://de.rt.com/international/112775-yukos-schiedsverfahren-oberster-gerichtshof-der-niederlande-beginnt-anhoerung/. Wem nützt „europäische“ Institutionen und Vertragswerke die ihre Mitglieder missbräuchlich bevormunden oder ausbeuten. Russland nicht.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*