Warum demonstrieren nicht deutesche „Armutsrentner“ gegen Merkel&Co.

Warum demonstrieren nicht deutesche „Armutsrentner“ gegen Merkel&Co.

Von DR. VIKTOR HEESE | Fast jeder zweite deutsche Senior bezieht eine monatliche Rente von knapp 800 Euro und liegt damit unter der Armutsgrenze. Warum lässt sich das Millionenheer der knapp neun Millionen „Armutsrentner“, das schätzungsweise 14 Prozent aller Wahlberechtigten (Bundestagswahl 2017) darstellt und damit fast jede Wahl (mit)entscheiden könnte, das gefallen und rebelliert nicht? Pfandflaschen sammeln, Suppenküchen besuchen oder auswandern kann nicht die Lösung sein. Mögliche Gründe für die Passivität der ehemaligen Aufbauer der Bundesrepublik und die Frage, ob sich hier jemals etwas ändern wird, analysiert dieser Beitrag.

Die politische Macht der „Armutsrentner“ bleibt völlig ungenutzt

Heute verlaufen die Fronten klar. Jeder logisch denkende Zeitgenosse wird sagen, die politische Heimat der „Armutsrentner“ kann nur bei der (den) Partei(en) liegen, die das Wohl seiner Altbürger über den der leistungsfernen Migranten stellt. Die Einwanderer kosten den Staat etwa 40 Milliarden Euro jährlich oder 15 Prozent des Budgets der Gesetzlichen Rentenversicherung. Außer der AfD und vielleicht bedingt noch der FDP kommt somit als „Armutsrentnerpartei“ in Deutschland heute keine andere politische Kraft in Frage.

Leider blieben die deutschen Senioren bei der letzten Bundestagswahl – als Berlins Migrationsirrsinn bereits bekannt wurde! – ihren liebgewonnenen Wahlpräferenzen treu. Gerade sie wählten überproportional die GroKo-Parteien, also ihre eigentlichen „Ausbeuter“ (siehe Grafik „Welche Altersgruppe wählte wie?“ unten). Bekäme zum Beispiel die AfD die vollen 14 Prozent vorgenannter Rentnerstimmer zugeschlagen – es wird unterstellt, die „Armutsrentner“ wählen genauso wie alle Senioren -, läge das Wahlergebnis der Blauen über 25 Prozent (Platz zwei). Selbst die dem Untergang geweihte SPD läge bei 31 Prozent! Die Zahlen dokumentieren, wie gefährlich die Gruppe der Senioren ist, die Zeit hat, ökonomisch nicht erpresst und im Arbeitsprozess nicht mehr eingeschüchtert werden kann, für die etablierte Politik wäre, würde sie im Block für eine Partei wählen!

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Die Wähler ab 60 Jahren stimmten bei der Bundestagswahl 2017 zu 41 Prozent für die CDU/CSU, bei den Frauen unter ihnen war es mit 47 Prozent sogar fast jede Zweite.

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 Warum wählen Deutschlands „Armutsrentner“ dennoch so unlogisch gegen ihre originär eigenen Interessen?

Hierfür kann es mehrere Gründe geben, sowohl ökonomische (Punkt 1.-3.) als auch politische:

  1. Die „Armutsrentner“ glauben an den juristisch nicht existenten „Generationenvertrag“, wonach gemäß dem dummen Spruch „Aus der gesetzlichen Rentenkasse kann nicht mehr ausgezahlt als eingezahlt werden“. Dabei übersehen sie, dass der Staat durch das Steuersystem bestimmt, wie viel oder wie wenig dort eingezahlt wird.
  2. Die Armutsrentner glauben fest an die „Rentenformel“ wie an das Evangelium und dass ihnen nicht mehr zusteht. An der Formel wird jedoch je nach Kassenlage von der Politik ständig herumgebastelt, damit angeblich die Rentengerechtigkeit jederzeit gewährleistet wird. Ins Haus steht gerade eine erneute „Anpassung“.
  3. Die meisten Senioren besitzen andere Einkommensquellen, wie Aktien oder Ersparnisse (heute in der Niedrigzinsphase nicht viel wert!), bekommen Unterstützung von den Kindern, Rentnerpaare haben Doppelrenten oder leben im eigenen Häuschen, was Mieten spart.
  4. Sie wissen nicht um die Milliardenverschwendung für die Asylindustrie oder nehmen es, – falls sie es dennoch wissen, – ergeben als Schicksal hin. Sie glauben in beiden Fällen den Floskeln und dem Schmeicheln der Politik, dass wir als reiches Land „es schaffen werden“, dass es halt „unsere internationale Pflicht“ sei, Schutzbefohlenen zu helfen und dass unser alterndes Land „Fachkräfte braucht“ (Schuldgefühl) und so weiter.
  5. Sie sind über alles bestens informiert, glauben jedoch nicht, gegen die etablierte Politik etwas ausrichten zu können. „Für Demos bin ich zu alt“ – werden einige entschuldigend behaupten. Die meisten wollen sich im Alter ausruhen und nicht Rebellen spielen. Die agilen wandern aus, ohne vorher zu protestieren versucht zu haben.
  6. Sie sind bestens informiert, wandern nicht aus, wissen aber nicht, wie sie sich vereinigen, die Gutmenschen in ihren Reihen überzeugen und ihr großes politisches Potential erfolgreich nutzen könnten. Die eigene Wählerstimme zu verschenken, ist ihre große Sorge. Die Erfolglosigkeit der „Rentnerpartei“ schreckt zusätzlich ab.

Werden „Armutsrentner“ ihr politisches Potential endlich nutzen?

Es besteht nur wenig Hoffnung, dass die beschriebene Senioren-Gruppe aus eigenem Antrieb etwas Neues unternimmt und auf Berlin Druck – nicht nur der Rentenerhöhungen, sondern vor allem der Zukunft Deutschlands wegen(!) – ausübt. Die etablierten, die Migration fördernden Parteien werden es nicht versuchen, in diesem Wählerteich zu fischen. Warum andererseits die AfD, die gerade bei der Klimapolitik punkten will, hier so wenig unternimmt, bleibt ein Rätsel. Fehlen ihr die Experten oder ist das Thema Renten wirklich so wenig ergiebig? Eine Bestandsanalyse zum obigen Fragenkatalog wäre der richtige Anfang.

Fazit

Schaut man hin, wie schnell in der heutigen Internet-Ära die gesellschaftsschädlichen Bewegungen und Strömungen („Kampf“ gegen Rechts, das Auto, den Klimawandel oder Gender-Diskriminierung) entstehen und sich verbreiten, gilt zu fragen, warum ein so nützliches Anliegen wie die Bekämpfung der Altersarmut dermaßen wenig Beachtung findet. Wird das am Egoismus der Jugend und eingeschränkter Senioren-Mobilität (Demonstrieren kennt kein Alter!) liegen? Wo bleibt die schweigende Mehrheit? Rentnerdemos sind in Italien, Spanien oder Griechenland Tagesgeschäft.

http://www.pi-news.net/2019/10/warum-demonstrieren-deutschlands-armutsrentner-nicht-gegen-merkel-co/

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